|
Echternach verdankt seine Bedeutung als Abteistadt dem hl. Willibrord. Mit ihm hatte alles begonnen, als im Jahr 698 der ZufalI einer Schenkung ihn an das Ufer der Sauer brachte. Er war damals 40 Jahre alt und konnte bereits auf eine Tätigkeit zurückblicken, die gereicht hätte, um seinen Namen in das Buch der Geschichte einzuschreiben. Im Jahr 658 in Northumbrien geboren, in der Abtei Ripon in der Diözese York erzogen, entschloß er sich, nach abschließenden Studienjahren in der Abtei Rathmelsigi (Irland), Missionar zu werden. Er zog in das Land der Friesen, deren Herzog Radbod bisher alle Missionare verjagt hatte. Mit dem hl. Willibrord setzte auf dem Kontinent eine neue Periode in der Missionierung ein. Bisher hatten die iroschottischen Wandermönche ziemlich planlos das Evangelium verkündet. Willibrord stellte seine bis in alle Einzelheiten organisierte Arbeit in den Dienst der weltlichen Herrscher, mit denen er eng zusammenarbeiten wollte. Der fränkische Hausmeier Pippin II., der erste der Pippiniden, erkannte die Vorteile, die er aus der Arbeit dieses energischen Missionars ziehen konnte. Während seine Vorgänger nur über ihre Inselheimat Kontakt mit Rom gehabt hatten, baute Willibrord direkte Beziehungen auf. Zweimal machte er die beschwerliche Reise nach Rom; im Jahre 695 ernannte Papst Sergius I., der die Vorteile einer direkten Beziehung zum Land der Franken erkannt hatte, ihn zum Missionserzbischof. Pippin II. überließ ihm Utrecht als Bischofssitz. Als Willibrord in Echternach das Kloster baute, das seinen Namen tragen sollte, plante er weitere Missionsreisen nach Dänemark und nach Thüringen. Echternach sollte ein Missionsstützpunkt werden, in dem die Mönche für die Missionierung Germaniens ausgebildet wurden. Sein Schüler Bonifatius vollendete das Werk, das der Lehrer begonnen hatte. In seiner Lieblingsstiftung Echternach starb Willibrord im Jahr 739. Sein Grab zog schon bald die Pilgerscharen des Frankenreiches an.
|
 |

Abtei Echternach
|
|