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Der Prunkeinband

Die Prachtentfaltung des Codex aureus findet ihren ebenbürtigen Rahmen in dem Prunkeinband, der - obwohl ursprünglich nicht dafür geschaffen - die Handschrift seit ihrer Entstehung begleitet. Das mittelalterliche Meisterwerk aus Gold, Email, Edelsteinen und Elfenbein wurde Ende des 10. Jahrhunderts der Abtei in Echternach gestiftet. Auf den getriebenen Goldblechen des Einbanddeckels sind die Stifter zu sehen: Auf der linken Seite unten der junge König und spätere Kaiser Otto III., rechts unten seine Mutter, die aus Byzanz stammende Kaiserin Theophanu. In den übrigen, kunstreich gerahmten Goldsegmenten erscheinen die vier Paradiesflüsse und die Symbole der vier Evangelisten, sowie auf der linken Seite die Muttergottes, der hI. Willibrord, der hl. Benedikt und auf der rechten Seite der hI. Petrus, der hI. Bonifatius und der hl. Liudger. Das Elfenbeinrelief in der Deckelmitte zeigt den Gekreuzigten, getragen von der Erde.

Gliederung und Schutz des Deckels geben die einzigartigen Ornamentbänder aus Emailplättchen und Edelsteinen sowie die Perlenreihen in den Eckdiagonalen. Zwischen den Emailplättchen sind Edelsteine meist orientalischen Ursprungs in Fassungen aus Goldfiligran eingelassen. Jeder Edelstein ist von vier herz- oder tropfenförmigen Schmucksteinen begleitet. Die seidenbezogene Rückseite ist durch fünf vergoldete Beschläge gegliedert.



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